Wie funktioniert Tierverhaltenstherapie?

Als erstes müssen die Ursachen für das Verhaltensproblem oder die Verhaltensstörung ermittelt werden. Da es in vielen Fällen wesentlich aufschlussreicher ist das Tier in seiner gewohnten Umgebung zu beobachten, findet das Erstgespräch in der Regel im Rahmen eines Hausbesuches statt. In manchen Fällen, insbesondere dann, wenn die Anreise über eine Entfernung von 80 km hinausgeht, kommen die Besitzer mit Ihren Tieren auch in unsere Praxen.

Sind die möglichen Ursachen ermittelt, so wird zusammen mit den Besitzern ein individueller, auf die Bedürfnisse des Tieres und die Möglichkeiten der Besitzer abgestimmter, Therapieplan erstellt. Die darin enthaltenen Punkte können von einer Veränderung der Haltungsbedingungen und/oder des Umgangs mit dem Tier über bestimmte trainingstechnische Maßnahmen bis hin zu medizinischen Maßnahmen reichen.

Tierverhaltenstherapie ist vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe für die Tierbesitzer. Eine „Fremdausbildung“ der Tiere (Training des Tieres durch einen Tiertrainer), wie sie von manchen Hundeschulen angeboten wird, findet nicht statt. Die Therapiemaßnahmen – von der Behandlung organischer Erkrankungen einmal abgesehen – sollen, wenn irgend möglich, von den Tierbesitzern selber durchgeführt werden. Nur so ist sichergestellt, dass es zu einem dauerhaften Therapieerfolg kommt. Damit dies gelingt, wird den Tierbesitzern das nötige Vorgehen genau erklärt. Falls erforderlich, werden sie eingehend in der praktischen Umsetzung der besprochenen Maßnahmen geschult.

Sollten sich Anzeichen für das Vorliegen einer organischen Erkrankung ergeben haben, so wird der Patient an den Haustierarzt mit der Bitte um Abklärung und ggf. Behandlung der Erkrankung zurücküberwiesen.

Über welchen Zeitraum sich eine Therapie erstreckt, hängt ganz von der Problemstellung ab.
In manchen Fällen ist ein einmaliges Treffen ausreichend, um die notwendigen Therapiemaßnahmen zu besprechen und die Besitzer in deren Durchführung anleiten zu können.
Häufig sind jedoch mehrere Termine nötig. Das ist vor allem dann der Fall, wenn bestimmte Therapiemaßnahmen in mehrere Einzelschritte unterteilt werden müssen oder die Besitzer eine praktische Hilfestellung bei bestimmten Trainingsaufgaben (z.B. Trainieren von Hundebegegnungen unter kontrollierten Bedingungen) benötigen.

Bis zum Abschluss der Therapie bleiben die Besitzer in regelmäßigem (ggf. telefonischem) Kontakt mit der Praxis, damit eventuell auftretende Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden können.